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Schwerhörigkeit
Die besondere Problematik der Hörgeräteträger
Hörgeräte sind grundsätzlich Schallverstärker.
Dies gilt für alle Hörgeräte, ob die Hörgeräte hinter dem Ohr angebracht sind, ob im Ohr Hörgeräte
oder implantierte Hörgeräte und unabhängig davon ob es analoge oder digitale Hörgeräte sind.
Während eine Brille lediglich den Einfallswinkel von Lichtwellen verändert nicht aber den
Lichteinfall ins Auge (die Lichtmenge) erhöht, erhöht jedes Hörgerät den auf das Hörorgan
einwirkenden Schalldruck (die Schallmenge).
Bild 96
Dies ist die bildliche Darstellung einer Hörverstärkung durch ein Hörgerät von nur 9 dB
Damit fordert jede Hörgeräteverwendung von dem jeweiligen oder den jeweiligen Hörorganen eine
vermehrte Organarbeit. Da Hörgeräte nur bei einem schon sehr deutlich erschöpften und
überforderten Innenohrorgan zur Anwendung kommen, sollten Hörgeräte zu aller erst
hörorganschonend benützt werden.
D.h. Sie sollten grundsätzlich darauf achten, dass Ihre überforderten (schwerhörigen) Hörorgane
nicht durch eine für Sie sinnlose und schädigende Verstärkung von Begleit- und
Hintergrundgeräuschen zusätzlich belastet werden. Sie sollten also Ihre Hörgeräte nur so viel
wie nötig und so wenig wie möglich benützen um auf diese Weise Ihrem sowieso schon
überforderten Hörorganen immer wieder Ruhepausen zu gönnen. Z.B.sollten Sie als Passivfahrer,
ob im Auto im Zug, im Bus oder Flugzeug keine Hörgeräte tragen um Ihre Hörorgane vor einer
unnötigen Dauerbelastung durch die Fahrtgeräusche zu schützen. Es ist sogar sehr zu empfehlen,
dass Sie sich in diesen oder ähnlichen Situationen darüber hinaus aktiv mit Ohrstöpsel schützen.
Das gleiche gilt natürlich auch bei allen anderen, mit Lautstärke einhergehenden Aktivitäten.
In der Öffentlichkeit besteht vielfach die Meinung, dass auch bei einem erwachsenen Menschen bei
dem eine Schwerhörigkeit nach erfolgreich abgeschlossener Sprachentwicklung eingetreten ist, das
Hören (und damit auch das Sprechen) mit Hilfe eines Hörgerätes stimuliert werden müsse da er
sonst das Hören (und damit auch das Sprechen) verlernen würde. Diese Meinung ist objektiv
falsch. Es ist noch kein erwachsener Mensch dadurch, dass er keine Hörgeräte benütz biologisch
am Hörorgan geschädigt worden. Es hat auch noch kein erwachsener Mensch dadurch, dass er
keine Hörgeräte benützt das Hören verlernt oder seine Sprachfähigkeit verloren. Richtig ist
lediglich, dass in der Lebensphase des Spracherwerbs (von der Geburt bis in das Schulalter insbes.
aber in den ersten 5 Lebensjahren) ein gutes Hören wichtige Voraussetzung für ein gutes Erlernen
des Sprechens ist. Aus dieser Tatsache heraus leitet sich die besondere Problematik der
Hörgerätebenutzung für Kinder und Jugendliche ab.
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