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Die Regenerationsfähigkeit des Innenohrs insbesondere der Hör- und Gleichgewichtszellen
Bevor wir uns mit der Regenerationsfähigkeit der Nervenzellen im Inneren des Innenohrs, den Hör- und
Gleichgewichtszellen beschäftigen, muß der Begriff Regenerationsfähigkeit genauer definiert werden.
Regeneration heißt Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes aus eigener Kraft. Ein anderes Wort dafür ist
Selbstheilung.
Ohne die Fähigkeit innerhalb gegebener Grenzen eine Überforderung oder Verletzung wieder zu reparieren, wäre Leben
nicht möglich, jeder Kratzer und jeder Mückenstich würde zum Tode führen. Die Natur hat alle Lebewesen mit
erstaunlichen Regenerationskräften ausgestattet.
Die Regenerationsfähigkeit des Körpers hat ihren Ursprung in der Regenerationsfähigkeit der einzelnen Zelle.
Beispiel: Wenn wir sagen ein Organ (Haut, Muskel, Sehne, Knochen, Leber, Niere, Herz usw) heilt, dann heilen die
jeweiligen Organzellen (die Hautzellen, die Muskelzellen, die Sehnenzellen, die Knochenzellen, die Leber- und Nierenzellen,
Herzzellen usw.), da alle Organe des Menschen ebenso wie er als ganzes Individuum aus Millionen, Milliarden und Billionen
von einzelnen, autonomen Zellindividuen aufgebaut ist (ein erwachsener Mensch besteht aus etwa 5 Billionen einzelner
Zellebewesen).
Dabei ist die Fähigkeit zur Regeneration (Selbstheilung) in jedem einzelnen Zellindividuum inhärent (einprogrammiert).
Das Regenerations-KnowHow der Zelle, also das Wissen wie Regeneration erarbeitet wird, besitzt der Zellkern.
Bei jeder Überforderung oder Schädigung des jeweiligen Zellindividuums aktiviert der Zellkern sofort das in seiner DNS
gespeicherte „Regenerationswissen“ und setzt es unmittelbar um in die, die gesamte Zelle erfassenden
energie(ATP)verbrauchenden Regenerationsaktivitäten.
Der Zellkern „startet“ unmittelbar auf jede Beeinträchtigung des Optimums an Zellgesundheit den entsprechenden
Regenerations-(Heil-)prozess um so schnell wie möglich das ihr eigene Optimum an Zellgesundheit wiederzuerlangen. Was
er zum Start und zum Aufrechterhalten der nötigen Regenerationsprozesse benötigt, ist genügend Zellenergie (ATP) zur
Verfügung zu haben. (www.dr-wilden.de)
Das gesamte Leben spielt sich in dem Bereich der Regenerationsfähigkeit ab. Erst wenn die natürliche
Regenerationsfähigkeit des Körpers (=seiner Zellen) völlig ausgeschöpft oder durch ein Ereignis (Unfall) völlig überfordert
ist, tritt der Zelltod und damit die nicht mehr vorhandene Regenerationsfähigkeit ein.
Dies gilt wie gesagt sowohl für unseren gesamten Organismus als auch für jedes unserer Organe, und natürlich auch für
unsere Sinnesorgane und damit auch für unsere Hör- und Gleichgewichtsorgane und die sie aufbauenden Zellen.
Beispiele aus dem alltäglichen Leben:
Sie essen eine zu heiße Suppe und „verbrennen“ sich den Mund.
Das tut weh, aber ihre Sinnesorgane in Ihrem Mund (=Temperaturfühler, Geschmacksknospen) erholen sich
glücklicherweise wieder.
Das Gleiche gilt wenn Sie einen Löffel Pfeffer „essen“. Sie überfordern kurzfristig Ihre Sinnesorgane, aber sie erholen sich
wieder.
Sie verblitzen sich Ihre Augen an einem überhellen Licht (Schweißlicht, Gletscherlicht usw.). Sie überfordern ihr
Sinnesorgan Auge kurzfristig und es erholt (regeneriert) sich glückerlicherweise wieder.
Sie fahren Karussell und ihnen ist schwindelig. Sie überfordern Ihr Gleichgewichtsorgan kurzfristig und es erholt
(regeneriert) sich glücklicherweise wieder.
Sie gehen in eine Diskothek (sie besuchen ein vollbesetztes Fußball- oder Eishockeystadion oder Autorennen), sie gehen
durch eine laute Fabrikhalle (usw.,usw.) und haben danach ein dumpfes Gefühl in Ihren Ohren, hören schlechter, haben
eventuell ein flüchtiges Pfeiffen im Ohr.
Sie haben Ihr Hörorgan kurzfristig überfordert und es erholt (regeneriert) sich glücklicherweise wieder.
Es gibt „keinen noch so kleinen Winkel“ in unserem Körper der keine Regenerationsfähigkeit besitzt.
Dabei besitzen Körperzellen 2 Arten der Regenerationsfähigkeit:
• Die individuelle dem jeweiligen Zellindividuum eigene Regenerationsfähigkeit
• Die Regenerationsfähigkeit durch Zellteilung.
Unter individueller Regenerationsfähigkeit versteht man die Fähigkeit eines einzelnen Zellindividuums, sich von einem
Streßzustand als Individuum aus eigener Kraft heraus wieder zu erholen.
Beispiel: Eindrücken einer Rille in die Fingerkuppe, z.B. an einer Tischkante. Der Druck des Fingers auf die Tischkante
quetscht die Haut-, Unterhaut-, Muskelzellen, usw., des Fingers so sehr zusammen, daß danach in der Fingerkuppe eine
Rille bleibt. Einige Zeit nachdem die Fingerkuppe entlastet ist, verschwindet die eingequetschte Rille wieder. D.h. die
vorher gequetschten Zellen quellen wieder zu ihrer ursprünglichen Form und Größe auf, sie regenerieren, die Rille
verschwindet.
Dies gelingt aufgrund der individuellen Regenerationskraft der beteiligten Zellen.
Individuelle Regenerationsfähigkeit
Bild 49
Unter Regenerationsfähigkeit durch Zellteilung versteht man die Fähigkeit von Zellen sich mittels Zellteilung zu
regenerieren, d.h. neue Zellen zu produzieren.
Beispiel: Bei einer Schürfwunde sind ein oder mehrere Hautzellschichten „weggeschürft“, also zerstört worden. Die
Regeneration (Selbstheilung) erfolgt durch Zellteilung (=Zellneubildung).
Regenerationsfähigkeit durch Zellteilung
Bild 50
Jede unserer etwa 5 Billionen Körperzellen besitzt ihre eigene individuelle Regenerationsfähigkeit, aber nicht alle Zelltypen
besitzen die Regenerationsfähigkeit durch Zellteilung.
Die individuelle Belastbarkeit, d.h. die individuelle Regenerationskraft von Körperzellen ist zelltypisch. Die größte
individuelle Belastbarkeit, d.h. die größte individuelle Regenerationskraft (Zähigkeit + Lebensdauer) besitzen die
Nervenzellen.
Die Sinneszellen des Innenohrorgans, die Hör- und Gleichgewichtszellen sind Nervenzellen und besitzen damit eine sehr
hohe Belastbarkeit, d.h. eine sehr starke individuelle Regenerationsfähigkeit.
Um sich vor Innenohrüberlastungen und den damit verbundenen Symptomen (Schwerhörigkeit, Tinnitus, Hyperakusis,
Dysakusis, Druck im Ohr, Hörsturz, Schwindel und Morbus Menière) effektiv schützen zu können und um sich im Falle einer
bereits bestehenden Innenohrüberforderung effektiv selbst helfen zu können, ist es sehr wichtig, sich mit dem Begriff der
individuellen zellulären Regenerationsfähigkeit auseinanderzusetzen.
Denn gerade diesbezüglich besteht eine sehr gefährliche und verwirrende Desinformation.
Dem Innenohr insgesamt und insbesondere den Hör- und Gleichgewichtszellen wird, entgegen grundlegender biologischer
Fakten in der Öffentlichkeit jegliche (!?!) Regenerationsfähigkeit abgesprochen.
Wie kann es dazu kommen?
Ein Grund dafür ist die Vermischung und Verwirrung bezüglich der beiden Zelleigenschaften individuelle zelluläre
Regenerationsfähigkeit und Regenerationsfähigkeit mittels Zellteilung.
Die Zusammenhänge sind folgendermaßen:
Je einfacher eine Zelle gebaut ist, umso besser ist ihre Regenerationsfähigkeit mittels Zellteilung. Je komplizierter eine
Zelle gebaut ist, umso weniger besitzt sie die Regenerationsfähigkeit mittels Zellteilung.
Und: Je einfacher eine Zelle gebaut ist, umso geringer ist ihre individuelle Regenerationsfähigkeit, je komplizierter eine
Zelle gebaut ist, umso höher ist ihre individuelle Regenerationsfähigkeit.
Beispiel: Eine einfache Hautzelle hat eine geringe individuelle Regenerationsfähigkeit (Belastbarkeit/Zähigkeit). Sie ist
relativ schnell überfordert und hat einen Zellzyklus (=individuelle Lebensdauer) von knapp 3 Monaten. Sie besitzt dafür
über eine sehr hohe Regenerationskraft mittels Zellteilung, was jeder am Heilverhalten, z.B. einer Hautabschürfung selbst
beobachten kann.
Bild 51
Eine hochkomplizierte Hör- oder Gleichgewichtszelle besitzt wie alle Nervenzellen eine überaus große individuelle
Regenerationsfähigkeit (Belastbarkeit/Zähigkeit). Sie ist nur sehr schwer „kleinzukriegen“ und hat einen lebenslangen
Zellzyklus, d.h. sie kommt mit uns auf die Welt und stirbt mit uns und muß daher zum Überstehen dieser enorm langen
Zeitspanne (in vereinzelten Fällen bis zu mehr als 130 Jahre) eine entsprechend extrem starke individuelle Belastbarkeit
(individuelle Regenerationskraft) besitzen, was tatsächlich auch der Fall ist!
Von daher ist das Bild, welches sich die meisten Menschen über die Natur ihrer Hör- und Gleichgewichtsorgane machen,
völlig falsch, es entspricht nicht den biologischen Fakten.
Bild 52
Die biologische Tatsache, daß die Hör- und Gleichgewichtszellen uns ein Leben lang als einzelne Zellindividuen begleiten
bedeutet, daß sie auch allen akustische Belastungen und alle Gleichgewichtsbelastungen eines Lebens ein ganzes Leben
lang verarbeiten müssen.
Bild 53
Embryos reagieren schon etwa nach dem 3. Schwangerschaftsmonat auf akustische Außenreize und können sich räumlich
orientieren
Über den ersten eigenen Schrei nach der Geburt, bis hin zum letzten Atemzug und der letzten Wahrnehmung vom Raum
um uns herum, müssen alle Geräusch- und Gleichgewichtserlebnisse eines gesamten Lebens von ein und denselben Hör-
und Gleichgewichtszellen erarbeitet werden.
Diese biologischen Fakten erfordern, wollen wir bis zu unserem Lebensende gesunde Hör- und Gleichgewichtsorgane
erhalten, eine bewußte und aktive Schonung der Hör- und Gleichgewichtsorgane.
www.dasgesundeohr.de
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