Tinnitus in der Audiometrie

Tinnitus tritt immer an der Stelle der größten biologischen Überforderung im Innenohrorgan (in der Hörschnecke) auf.

Leiden Sie an einem hochfrequenten Tinnitus dann finden Sie im Hochtonbereich (am Schneckeneingang) Ihres persönlichen Audiogramms den größten Abfall Ihrer Hörkurve.

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Hochtontinnitus bei massiver Hochtonüberforderung

Leiden Sie an einem tiefen, brummenden Tinnitus dann finden Sie im Tieftonbereich (im Bereich der Schneckenspitze) Ihres persönlichen Audiogramms den größten Abfall Ihrer Hörkurve.

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Tieftontinnitus bei massiver Tieftonüberforderung

Leiden Sie an einem Tinnitus mit mehr oder weniger vielen unterschiedlichen Tönen oder Geräuschen findet sich in Ihrer Hörkurve eine entsprechend vielfältige, also mehrere Frequenzabschnitte gleichzeitig betreffende Innenohrüberforderung.

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Vieltontinnitus bei massiver Vieltonüberforderung

Das Audiogramm zeigt auch die Heftigkeit, die Aggressivität eines Tinnitus an.

Je tiefer der Abfall der Hörkurve ist, um so größer ist die dort sich befindende zelluläre Überforderung und um so heftiger (lauter, aggressiver) ist das damit verbundene Notsignal, also Ihr Tinnitus.

Viele Betroffene erleben dies leidvoll anhand ihres eigenen Krankheitsverlaufs.

Z.B. bleibt ein Tinnitus über längere Zeit irgendwie noch erträglich.

In dieser Situation zeigt dann auch das Audiogramm eine noch nicht so schwerwiegende Überforderung an.

Plötzlich (z.B. nach einem erneuten Hörsturz) , oder auch langsam nimmt die Tinnitusaggressivität zu.

Im Kontrollaudiogramm findet sich dann regelmäßig eine plötzliche oder langsame Zunahme des Abfalls der Hörkurve.

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noch erträglicher Hochtontinnitus bei noch nicht so schwerer Hochtonüberforderung


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Audiogrammbeispiel des gleichen Patienten nach Tinnitusverschlimmerung

Zusammenfassung

Tinnitus (Ohrgeräusche) ist immer das Schmerzsignal das von akuten oder chronisch überforderten Hörzellen kommt.

Die biologisch wichtigste und sinnvollste Maßnahme ist die bewußte Schonung des oder der betroffenen Hörorgane.

Diese ist, neben dem Aufsuchen von so viel Ruhe wie möglich, nur mit Hilfe von Ohrstöpsel im Alltag möglich.

Dabei gibt es eine biologisch eindeutige Grundregel:

Je frischer und weniger fortgeschritten Ihre persönliche Innenohrüberforderung ist, umso schneller und deutlicher werden Sie die mit dem bewußten Schutz vor Lautstärke einhergehende Entlastung (=Besserung) Ihres oder Ihrer überforderten Ohren erleben, je chronischer und je weiter fortgeschrittener Ihre persönliche Innenohrüberforderung bereits ist, um so langfristiger und geduldiger müssen Sie Ihre Hörorgane schonen, um die damit einhergehende Entlastung (=Besserung) zu erleben.

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